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 Die Woche im Überblick: Deutschland und Weltgeschehen -  Seit 2003

Neue Zürcher Zeitung: Deutschland hat beim Antisemitismus keine Strategie

Zürich (K) - Die Neue Zürcher Zeitung kommentierte am 29. September 2021 in ihrem täglichen Online-Newsletter: "Null Toleranz bei Antisemitismus, das ist eine der zentralen Lehren aus der deutschen Geschichte. Offiziell wird diese Doktrin von Politik und Medien in Deutschland geteilt. Wer genauer hinschaut, erkennt jedoch Brüche. Der Judenhass von Rechtsradikalen wird aus gutem Grund gegeisselt, beim Antisemitismus aus dem muslimischen Milieu nimmt man es nicht immer so genau.

Mit den starken Migrationsströmen wanderten Menschen aus Kulturen ein, wo Antisemitismus kein Tabu ist, sondern eher gesellschaftlicher Konsens. Bis heute existiert keine Strategie gegen den nach Deutschland importierten Judenhass, daher wird er verschwiegen oder relativiert." 1/10/2021 Link zur Seite 1 "Politik"

Hans J. Reinowski, Mann der Freiheit

Deutsche keine Selbstdenker, die am liebsten geführt sein wollen?
Darmstadt (zeta) - "Radikale Maßnahmen" gegen den Darmstädter Studentenpfarrer Herbert Mochalski forderte 1960 Hans J. Reinowski (1900-1977) bei der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

Der Sozialdemokrat Reinowski, Chefredakteur des Darmstädter Echo und Vorsitzender des Verbands Hessischer Zeitungsverleger, warf Mochalski extrem links orientierte Thesen und Taten vor. Dies berichtete der "Spiegel" in seiner Ausgabe 48/1960.

Reinowski laut "Spiegel": Mochalski habe es "während einer Debatte zwischen Ausländern im evangelischen Studentenheim der Technischen Hochschule zugelassen, daß Urteile gefällt wurden wie: In Deutschland gebe es keine Demokratie und kein politisches Bewußtsein außer dem Antikommunismus, sowie: Die Deutschen wollten nicht selber denken, sondern am liebsten geführt sein."

Hans J. Reinowski war ein Mann der Freiheit. In einer zeitweise erbitterten Gegnerschaft zum hessen-nassauischen Kirchenpräsidenten Martin Niemöller (1892-1984) kritisierte Reinowski zum Beispiel, dass der Theologe 1966 den Lenin-Friedenspreis in Moskau entgegengenommen hatte. Niemöller war einer der führenden Köpfe der Bekennenden Kirche im Dritten Reich gewesen und engagierte sich als Pazifist sowie Aufrüstungsgegner in den Nachkriegsjahrzehnten. 27/2/2020


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