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KOMMENTAR

Ganztagsschule: Für Eltern und Gesellschaft eine Notwendigkeit?

Während die hessische CDU in früheren Zeiten inbrünstig gegen die Kultuspolitik der SPD focht, um deren Einfluss auf Kinder und Familie in Zaum zu halten, brüstet sich der hessische Kultusminister und Christdemokrat Alexander Lorz seit Jahren mit dem Ausbau der Ganztagsschulen in Hessen.

Was Lorz nicht sieht: Ergebnis der Ganztagsschulen sind Kinder, mit denen nichts mehr anzufangen ist, wenn sie nachmittags aus der Schule gekommen sind. Sie sind müde, unkonzentriert, fahrig. Sie schauen dann fern, bis auch die Mutter gegen 18.30 Uhr von Arbeit und Einkäufen nach Hause kommt.

Die Mutter ist ebenfalls wie Papa zu dieser Tageszeit mit den Nerven und Kräften fertig und verlässt sich weiter auf die Babysitter Fernsehen und Internet. Die Kinder werden damit cyberkrank. Früher nannte man das: sie verblöden, verblöden sanft. Was heißt, dass mit ihnen noch weniger anzufangen ist. Ein Grund mehr also, sie noch länger vorm Bildschirm zu lassen, nicht wahr?

Es bedeutet heutzutage eine gesellschaftliche Notwendigkeit, dass beide Elternteile arbeiten gehen, um einen blitzeblanken BMW finanzieren zu können. Auch reicht in der deutschen Produktion das importierte Drehhightech weitenteils nicht aus, um die Standards von "Made in Germany" fortführen zu können.

Die Ganztagsschule macht's möglich: Dass man sich nicht um die Kinder kümmern muss, wenn beide Elternteile arbeiten gehen, passt signifikant zu den gesellschaftlichen Notwendigkeiten. Das passt wie die Gürtelschnalle von Lorz' Anzughose zu seiner Krawatte und dem Jackett. Die Aussage über Lorz' Kleidung sagt allerdings so wenig über den Minister aus, wie er in seinen jährlichen Elternbriefen über das Menschenbild verrät, zu dem er die Kinder erziehen will. (zeta 11/11/2018)


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