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Unterdrückte Christen

Flüchtlinge haben in Thailand

nichts zu lachen

Von Sabin  H o e r e r

Die Bevölkerung Thailands gilt gewöhnlich als fröhlich und aufgeschlossen. Wenn man aber als christlicher Flüchtling in das zu 94 Prozent von Buddhisten dominierte Königreich kommt, hat man nichts zu lachen.

Folgende Erfahrungen machte die deutsche Organisation "Sabatina e.V." in Thailand: in Bangkok nahm die Polizei 51 gewaltsam verfolgte Christen aus Pakistan fest, darunter alte Menschen und kleine Kinder.

Die Polizisten steckten sie ins Gefängnis. In der Haft sollten sie
sich Zellen mit Mördern und anderen Schwerkriminellen teilen.


Sabatina e.V. drang auf Hafterleichterung, was gelang: Frauen wurden zusammen mit Kindern untergebracht. Niemand mehr musste sich eine Zelle mit Kriminellen teilen. In Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen wurden dringende Medikamente und Lebensmittel besorgt.

Zudem berichtet "Sabatina" von der 31 Jahre alten Sarah aus Pakistan. Hochschwanger wurde sie in Thailand nach einer Razzia gegen pakistanische Flüchtlinge ins Gefängnis gesteckt. Die Schwangerschaft war kompliziert verlaufen. Sarah befand sich in Lebensgefahr. Durch Zahlung einer Kaution gelang "Sabatina" die Befreiung. Zwei Tage später gebar Sarah ihren Sohn in einem Krankenhaus. Mutter und Kind sind wohlauf.

"Sabatina": Viele verfolgte Pakistani fliehen nach Thailand, da sie
für dieses Land lediglich ein Touristenvisum brauchen. Da Thailand
nicht die Genfer Flüchtlingskonvention unterzeichnet habe, gelten die pakistanischen Flüchtlinge dort jedoch als illegale Migranten.

Ihre Bemühungen beim Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen UNHCR um einen Flüchtlingsstatus führten häufig zu Jahre langen Verfahren. Deshalb müssten sich Flüchtlinge in Thailand nach Ablauf ihres Touristenvisums verstecken.

Wer Sabatina e.V. bei der Arbeit in Thailand unterstützen will, kann
unter dem Stichwort "Bangkok" per Spende helfen: Bank für
Sozialwirtschaft Köln, IBAN DE89 3702 0500 0001 1732 00. (27/9/19, geändert 11/10/19).


Verfolgte Pakistanerin Asia Bibi:

Zuflucht in Kanada


Kommentar

auf dieser Seite -

FRANKFURT AM MAIN (sh) - Die im muslimischen Pakistan verfolgte Christin Asia Bibi ist nach Information des Nachrichtenmagazins idea-Spektrum im Mai nach Kanada geflüchtet. Auch Deutschland hatte ihr Asyl angeboten. 

Die Katholikin Asia Bibi war 2010 wegen Blasphemie (Gotteslästerung) zum Tode verurteilt worden. Im Oktober 2018 hob der Oberste Gerichtshof dieses Urteil auf. Nach Morddrohungen musste Asia weiter an einem sicheren Ort in Pakistan bleiben, da Revision gegen die Freilassung eingelegt worden war.


Die grünpopulistische Süddeutsche Zeitung meldete nach dem Freispruch, dem monatelang keine wirkliche Freilassung folgte, Asia Bibi habe in Italien um Asyl gebeten.

Der Direktor der Gesellschaft für bedrohte Völker, Ulrich Delius, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur idea, der skandalöse Deal im November 2018 mache Pakistans Rechtssystem zur Beute des islamistischen Mobs. Auf Druck der muslimischen Partei TLP war der Revisionsantrag gegen den Freispruch zugelassen worden - der oberste Gerichtshof sollte über das Ausreiseverbot für Bibi verhandeln.

Der Mut der drei muslimischen Richter, die Bibi freigesprochen haben, hat den Missionsleiter der Hilfsaktion Märtyrerkirche, Manfred Müller, laut idea überrascht. Sie müssten wegen ihrer Gradlinigkeit nun fürchten, bei Racheakten ermordet zu werden.

Im Mai 2019 informierte idea: die pakistanische Menschenrechtsanwältin Annega Maria Anthony habe geäußert, dass der Hass auf Christen bei Muslimen in Pakistan seit Jahren zunehme.

Nach Angaben der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (Frankfurt am Main) sitzen in Pakistan weiter mehr als 1000 Menschen unter Androhung der Todesstrafe wegen angeblicher Gotteslästerung in Gefängnissen ein. Davon rund 200 Christen.   

Der Deutsche Bonifatiusorden hatte sich Anfang 2018 in einem persönlichen Schreiben an den Vorsitzenden Richter des Scharia-Gerichts, Sheikh Najam ul Hasan, für Asia Bibis Freiheit eingesetzt. (11/11/2018, geändert 19/1/19)


HINTERGRUND

Asyl-Antrag nur in Deutschland selbst

BERLIN (sh) - Es war erfreulich, dass das Auswärtige Amt im Laufe des Jahres 2018 entschieden hat, Asia Bibi im Falle einer Flucht nach Deutschland aufzunehmen. Anfang 2018 klang das noch zurückhaltender.

In einem Schreiben an den Deutschen Bonifatiusorden hieß es aus dem Auswärtigen Amt: "Vielen Dank für Ihre an Bundesminister Gabriel gerichtete Anfrage vom 3. Januar 2018, mit welcher Sie um Asylgewährung für Asia Bibi in Deutschland bitten.

Nach den Regelungen des deutschen Asylgesetzes kann Asyl nur von Personen beantragt werden, die sich bereits in Deutschland aufhalten, da im deutschen Grundgesetz das Prinzip des sogenannten 'territorialen Asyls' festgelegt ist," so das Außenministerium. 13/11/18, geändert 25/5/2019


 KOMMENTAR

Deutschland hätte Asia Bibi enttäuscht 

Die in Pakistan frei gekommene Asia Bibi ist nach Kanada geflüchtet. Auch in deutschen Regierungskreisen war erwogen worden, ihr Asyl zu gewähren. Bibis Freude hierzulande hätte nicht lange gedauert: schon bald hätten ihr muslimische Schergen auch in Deutschland nach dem Leben getrachtet.

Sie hätte sich unter Polizeischutz verstecken müssen - wie Sabatina James aus Pakistan oder Hamed Abdel-Samad aus Ägypten.

Wie viele Christen werden in deutschen Asyl-Einrichtungen verfolgt!

Die Zahl verfolgter Christen geht weltweit in die Millionen. Man sollte besser sie nach Deutschland holen statt Scharfmacher, Helfershelfer und Mitläufer von Verfolger-Ideologien.

Christen haben klare Vorteile. Ihr Gott, der Schöpfer dieser Erde, ist unvergleichlich und unvergleichlich gut. Seine Theologie ist in Aspekten, wo ihre Autoren früherer Epochen falsch lagen, durch den kritischen Filter der Vernunft gegangen.

Der kritische Filter der Vernunft, das ist ein Begriff der Aufklärung, die im 18. Jahrhundert begann.

Solche Reflexion und Korrektur hat sonst - außer den Juden - niemand zu bieten. Niemand.

Sabin H ö r e r, 25/5/19



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