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"Geschmäckle" – Schlüchterns Bürgermeister zu landesplanerischem Vorgehen Fuldas in Wiesbaden

Schlüchtern (zeta) – Fulda macht in Hessens Landeshauptstadt Politik zur Landesplanung: in bilateralen Gesprächen und außerhalb von Einspruchsfristen, bemerkte Schlüchterns Bürgermeister Matthias Möller.

Landespolitische Menüplanung mit Geschmacksnoten zwischen "stark geräuchert" und fein-dezent: Hessen ordnet seine Versorgungs- und Raumstruktur neu.

Es geht hier auch um Steuergelder und ihre Verteilung. Die Einstufung von Gemeinden im Landesentwicklungsplan hat erheblichen Einfluss im Kommunalen Finanzausgleich. Vor diesem Hintergrund hat Schlüchterns Bürgermeister Matthias Möller dezent aber deutlich beschrieben, wie Fulda Politik macht.

In einer Stellungnahme im Herbst vergangenen Jahres schrieb der parteilose Verwaltungschef: dass Flieden, Kalbach und Neuhof entgegen der ersten Offenlage des Landesentwicklungsplanes "wohl nun doch dem Einzugsgebiet Fulda zugeordnet werden sollen", habe ein "Geschmäckle" und entspreche keinesfalls der Datenlage.

Der Schlüchterner Bürgermeister schmeckt auf seine fein-dezente Art stark geräucherten Fuldaer Schwartemagen ab: "Wenn Fuldaer CDU-Politiker in Wiesbaden außerhalb von Einspruchsfristen durch bilaterale Gespräche eine Änderung erreichen, dann zeugt das von einem diskutablen Vorgehen der Verantwortlichen."

Schlüchtern lief laut Möller vor seiner Amtsübernahme Gefahr, die Funktion als Mittelzentrum zu verlieren. Nun sei folgerichtig als Konsequenz "der erfolgreichen Arbeit der vergangenen Jahre" an ein "Mittelzentrum Plus" gedacht (Stichwort unten).

Nach Definition der Landesplaner böten Mittelzentren über das eigene Stadtgebiet hinaus für mindestens 20.000 Bürgerinnen und Bürger übergemeindliche Versorgungsfunktionen wie Kultureinrichtungen, Schulen, Sport- und Schwimmhallen. "Sie sollen Ämter sowie Kranken- und Ärztehäuser und Arbeitsplätze und Einkaufsmöglichkeiten vorhalten."

Matthias Möller: Genau all' dies sei in Schlüchtern der Fall. Die Stadt versorge umliegende Kommunen bei Bildung, Gesundheit, Arbeitsplätzen und Nahversorgung. Im Einzugsbereich lebten rund 60.000 Menschen.

Einer Einzelhandelsstudie zufolge befänden sich Flieden, Neuhof, Kalbach und Freiensteinau klar im Einzugsbereich Schlüchterns. Entscheidend sei dabei, dass ein Landesentwicklungsplan nicht nur den Bestand abbilde, sondern ebenfalls die perspektivische Entwicklung.

Möller verweist auf Schlüchterns interkommunales Menü: "Durch viele Veränderungen und Projekte und eine eindeutige Stadtentwicklungsstrategie ist die Bedeutung Schlüchterns nachweislich gestiegen." Was der neue Entwurf des Landesentwicklungsplanes bestätige. "Wir sind jederzeit zur interkommunalen Zusammenarbeit bereit." (30/1/2021,ergänzt 21/6)

Stichwort

Mittelzentrum Plus

Wiesbaden (K) – Im Landesentwicklungsplan 2000 gliedert sich Hessen in "Grundzentren", Mittelzentren und 10 Oberzentren, die eine überregionale Vorsorgung gewährleisten.

95 Mittelzentren sind für eine regionale Versorgung zuständig und 318 "Grundzentren" für Aufgaben der Grundversorgung.

Bei den Mittelzentren zielen die Landesplaner nun auf eine gleichmäßigere Verteilung. Künftig sollen sechs Typen von Mittelzentren bestehen. Drei davon im ländlichen Raum:

  • "Mittelzentrum Plus" mit guter Infrastruktur und angemessenem Versorgungsgebiet
  • "Mittelzentrum im Ländlichen Raum": mit schwacher Infrastruktur und angemessenem Versorgungsgebiet
  • "Mittelzentren in Kooperation im Ländlichen Raum" mit kleinem Versorgungsgebiet (30/1/2021 Quelle: Landesregierung)

"antonius"-Fahrer hupt wissentlich Nachtschicht-Arbeiterin aus dem Schlaf

Steinau an der Straße (K) - Ein Kleinbus-Fahrer der Fuldaer gemeinnützigen "antonius"-GmbH hat sich am 16. November gegen 17 Uhr in Steinau über die Bitte lustig gemacht, auf den Gebrauch seiner Hupe zu verzichten, weil dadurch der Schlaf einer Nachtschicht-Arbeiterin gestört werde.

Der Fahrer bringt Werktag für Werktag einen Behinderten zurück zu seiner Familie. Manchmal kommt es vor, dass niemand an der Straße auf ihn wartet. Dann hupt der Fahrer.

Er habe die Anweisung der Familie zu hupen, wenn niemand da ist, erklärte der Fahrer am 16. November gegenüber einem Reklamierenden.

Der nahm es mit Interesse zur Kenntnis, dass es seitens der Familie besagte Anweisung gebe. Seit geraumer Zeit und mehrmals wurde der Wunsch an die Familie herangetragen, dass sie Stühle im Raum über dem Schlafzimmer der Nachtschicht-Arbeiterin mit Filz ausstattet, um das Gewitter des Stühlerückens zu vermeiden. Der Wunsch wurde ignoriert.

Es gebe keine Handhabe gegen das Hupen und die Anweisung bestehe, so der Fahrer. Auf den Hinweis, dass die Handhabe im Gesetz bestehe, dass die Hupe bei Gefahr und nicht zum Herbeirufen von Personen zu gebrauchen sei, reagierte der antonius-Fahrer belustigt, setzte sich ans Steuer des Fahrzeuges und hupte nachdrücklich. (16/11/2020)


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