K O M P A K T Z E I T U N G

 Die Woche im Überblick: Deutschland und Weltgeschehen -  Seit 2003

>>> Deutsche Perspektiven

(zeta) - Die Deutschen sind ein seltsames Volk, Deutschland ist ein seltsames Land. Schlug sich hierzulande lediglich das Klima auf die Mentalität nieder? Wir publizieren auf dieser Seite Deutungsmuster und beredte Zitate.  

Lesen Sie zudem auf dieser Seite:

>>> Historiker: "Stuttgarter Schulderklärung" beschönigend

Der Historiker Manfred Gailus bezeichnet die evangelische "Stuttgarter Schulderklärung" als beschönigend. Die katholische Kirche stehe im Dritten Reich besser da, weil es in ihr keine Massenbewegung wie die Deutschen Christen gab.

>>> Du sollst nicht töten

In Deutschland wird jedes Jahr das Leben von rund 100.000 kleinen Menschen im Körper einer Frau beendet, was bei Frauen häufig das "Post Abortion Syndrome" zeitigt.

>>> Hans J. Reinowski, Mann der Freiheit

Der Darmstädter Chefredakteur Hans J. Reinowski kritisierte in den Nachkriegsjahrzehnten Kirchenmänner wie Martin Niemöller und den Studentenpfarrer Herbert Mochalski.

Kommentar

Rassismus beginnt mit der Verwendung der Begriffe "schwarz" und "weiß"

Die Grünen wollen den Begriff "Rasse" in Artikel 3, Absatz 3, des Grundgesetzes ersetzen. Der Artikel 3 lautet in Gänze:

  1. Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
  2. Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
  3. Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Statt dessen sollte der Absatz 3 den Grünen zufolge lauten:

>> "Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen oder rassistisch benachteiligt oder bevorzugt werden."

Der Duden definiert "rassistisch" als "von Rassismus bestimmt". Rassismus wiederum wird von der Duden-Redaktion als Lehre oder Theorie angesehen, die zur Rechtfertigung von Rassendiskriminierung, Kolonialismus oder Ähnlichem dient. Also bezieht sich, wer von Rassismus spricht, auf den Begriff "Rasse".

Der ist beim Menschen jedoch unangebracht.

Zur Rassismus-Perspektive gehört laut Duden, dass Menschen und Bevölkerungsgruppen mit bestimmten biologischen oder ethnisch-kulturellen Merkmalen anderen von Natur aus über- oder unterlegen sein sollen. Zudem sieht der "Duden" im Rassismus institutionelle und gesellschaftliche Strukturen, durch die Menschen oder Bevölkerungsgruppen mit bestimmten biologischen oder ethnisch-kulturellen Merkmalen diskriminiert werden.

Unsere Sicht:

  • Auffällig war in den vergangenen Jahrhunderten, dass ein Begriff auf Menschen angewandt wurde, der zum Beispiel für Hühner und Hasen Sinn macht. Aber nicht für Menschen.

  • Schon die Verwendung des Begriffs "Rasse" auf den Menschen hat diskriminierenden Charakter.

  • Zu fragen ist, inwiefern die Anwendung des Begriffs "rassistisch" zumindest subtil diskriminierenden Charakter birgt oder Diskriminierung erzeugt, eine Überlegenheit oder Unterwerfung suggeriert.

  • Was soll an einem Europäer weiß sein, außer seiner Weste, was an einem Afrikaner schwarz? Rassismus beginnt mit der Verwendung der Begriffe "schwarz" und "weiß".

  • Wie ist es zu werten, dass Leute mit rosiger Haut feststellen, dass "schwarzes Leben zählt"? Es ist doch wohl klar, dass alle Leben zählen. Und zwar gleich viel.

  • Wie ist es zu werten, dass Menschen den Vorwurf des Rassismus erheben, obwohl keine biologischen Merkmale im Spiel sind? Ist der Rassismus dann bei den Haaren herbeigezogen, etwa um etwas zu unterstellen?

  • Von ethnisch-kultuellen Merkmalen zu sprechen und dies rassistisch zu anzuwenden, stellt eine gewollte Begriffsverwirrung dar. 

Es muss klar gesagt werden: biologische Merkmale spielen im Leben des Menschen keine Rolle, es sei denn die Polizei sucht jemanden und macht Angaben zu Körpermerkmalen, was bei der Suche helfen soll. Dies ist ein Beispiel. Auch kann die Hautfarbe eines Menschen im Dunkeln eine Rolle spielen: man sieht ihn weniger deutlich.

Ansonsten kann man aber davon ausgehen, dass der Hinweis auf biologische Merkmale meistens einen unbewussten, subtilen oder klar beabsichtigten Rassismus als Hintergrund hat. Schlimm ist es, wenn jemand im Zusammenhang von Menschen von Rassen anfängt zu faseln. Sabin H ö r e r, 20/6/2020

Zum Kriegsende vor 75 Jahren (I)

Historiker: "Stuttgarter Schulderklärung" beschönigend

Berlin (zeta) - Am 8. Mai lag das Kriegsende 75 Jahre zurück. Damit wurde auch Hitlers Nationalsozialismus beendet, den eine große Zahl evangelischer Christen unterstützt hatte: die Deutschen Christen.

Als beschönigend hat in dem Zusammenhang der Berliner Professor für Neuere Geschichte, Manfred Gailus, die "Stuttgarter Schulderklärung" des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland aus dem Jahr 1945 bezeichnet. Der Text entspreche nicht der tatsächlichen Handlung der evangelischen Landeskirchen im Dritten Reich, sagt Gailus in einem Interview der Nachrichtenagentur idea (idea Spektrum Ausgabe 18/2020).

Man müsse zu dem Schuldbekenntnis sagen, dass es nicht zuletzt auf Druck der evangelischen Kirchen in den Nachbarländern zu Stande gekommen sei, um neue ökumenische Beziehungen herzustellen.

Der Text sei von den Partnerkirchen jedoch als hinreichend akzeptiert worden.

In Deutschland sei der Text von den meisten Landeskirchen nicht veröffentlicht worden. "Sie sahen es gar nicht ein, ein Schuldbekenntnis zu veröffentlichen. Selbst dieses abgeschwächte Bekenntnis war schon zu viel."

Gailus weiter: "Die einen sagten, es gebe keine Kollektivschuld, die anderen, sie hätten keinem Juden ein Haar gekrümmt, und ande-

Zitat aus der "Stuttgarter Schulderklärung"

"Durch uns ist unendliches Leid über viele Völker und Länder gebracht worden. Was wir unseren Gemeinden oft bezeugt haben, das sprechen wir jetzt im Namen der ganzen Kirche aus: Wohl haben wir lange Jahre hindurch im Namen Jesu Christi den Geist gekämpft, der im nationalsozialistischen Gewaltregiment seinen furchtbaren Ausdruck gefunden hat; aber wir klagen uns an, dass wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben."

re verwiesen darauf, dass die Alliierten mit ihren Bomben ja auch viel Unheil angerichtet hätten."

Tatsache ist dem Berliner Historiker zufolge, dass es in den evangelischen Kirchen keine Aufarbeitung dessen gegeben habe, was geschehen war. "Es gab viel Verdrängung und Verschweigen." Das gelte auch für die kirchliche Entnazifizierung. Die höchste Strafe für Verfehlungen von Nazipfarrern sei in der Regel die Versetzung in ein anderes Pfarramt gewesen.

Die Erinnerung an die Bekennende Kirche sei angenehmer als die an die Deutschen Christen. Der Widerstand sei aber absolute Ausnahme gewesen. Die evangelischen Theologen Bonhoeffer und Niemöller hätten nach dem Krieg als Helden gegolten. "So entstand eine schiefe Auffassung über die Rolle der Kirchen im Dritten Reich." (12/6/2020)


Hintergrund

Deutsche Christen - ihre verkannte, ihre unterschätzte Bedeutung

Berlin (zeta) - Die bedeutende Rolle der "Deutschen Christen" in der evangelischen Kirche während der Nazizeit ist von Geschichtsprofessor Manfred Gailus in einem Interview der Nachrichtenagentur idea hervorgehoben worden (idea Spektrum Ausgabe 18/2020).

Die Deutschen Christen, die dem Nationalsozialismus gefolgt seien, hätten etwa ein Viertel aller Evangelischen ausgemacht. 1933 hätten sie bei Kirchenwahlen in fast allen Landeskirchen eine Mehrheit von etwa zwei Dritteln erlangt und viele Führungsämter übernommen.

In der Erinnerung dominiere jedoch die Bekennende Kirche, obwohl sie die kleinste Gruppe war. Es sei angenehmer, sich an die Bekennende Kirche zu erinnern, die versucht habe, die zeitweilige Vorherrschaft der Deutschen Christen zurückzudrängen (obiger Bericht).

Die Deutschen Christen seien von ihren Zielen überzeugt gewesen. Gailus beispielsweise zu den mehr als 20 Prozent evangelischen Berliner Pfarrern, die der NSDAP angehörten: "Ein wichtiger Punkt war die Liquidierung des Versailler Vertrages von 1919. Die Gebietsverluste und die Reparationsforderungen waren für viele Deutsche eine große Kränkung." Die NSDAP habe vielen Protestanten das Gefühl vermittelt, das Deutsche Reich würde wieder ein international respektiertes Land nationalen Stolzes.

Der Nationalsozialismus, so Gailus, habe auch religiöse Züge getragen. "Er brauchte den Glauben nicht in einem christlichen Sinn, sondern als fanatische Glaubenshaltung, mit der man die eigenen Ziele verfolgte. Nationalsozialisten glaubten an Deutschland, an Volk und Nation, an die Überlegenheit der nordischen Rasse." Das habe sich zu einer politischen Religion verdichtet.

Etwa bei dem Berliner Pfarrer Siegfried Nobiling, NSDAP-Mitglied, sei ein Doppelglaube exemplarisch zu beobachten gewesen. "Er war sowohl christlich als auch nationalsozialistisch gläubig. Heute sagen wir: das passt doch gar nicht zusammen!" Das Erstaunliche sei jedoch, dass das damals von vielen Protestanten nicht als Widerspruch gesehen worden sei.

Zudem hätten Angst und Furcht in der Nazi-Zeit eine große Rolle gespielt. (12/6/2020)


Zum Kriegsende vor 75 Jahren (II)

Im Vergleich zu den Evangelischen steht die katholische Kirche besser da

Berlin (zeta) - Männer wie Dietrich Bonhoeffer und Martin Niemöller gelten als evangelische Helden. Beispielsweise Niemöller hat Hitler bei einer persönlichen Begegnung ins Angesicht widerstanden und den Glauben an Jesus Christus und dessen Reich bekannt. Am Tag darauf wurde er als "Persönlicher Gefangener" Hitlers ins KZ gebracht. Etwa sieben Jahre lang blieb er im Konzentrationslager. Bis zur Befreiung durch die Alliierten.

Häufig und mit Stolz verstecken die evangelischen Kirchen in Deutschland ihre Nazi-Vergangenheit hinter solch einem Schicksal, ohne die Historie der Deutschen Christen in ihrer Bedeutung zu bemessen (Hintergrund oben). Der Berliner Historiker Manfred Gailus konstatiert in einem Interview der Nachrichtenagentur idea: "Es ist eben immer schwerer, Versagen einzugestehen. Das trifft nicht nur für Individuen zu, sondern gilt auch für Institutionen wie die Kirchen."

Einen bemerkenswerten Vergleich zieht Gailus zwischen evangelischen Kirchen und Katholiken im Dritten Reich. Man müsse sagen, dass die katholische Kirche besser dastehe, "vor allem weil es in ihr nicht eine Massenbewegung wie die Deutschen Christen gab". (12/6/2020)

Manager-Magazin: Solidarität als Antwort auf Corona

Hamburg (sh) - Die Antwort auf Corona sei ein beispielloser Akt der Solidarität, kommentierte der Dortmunder Ökonom Henrik Müller am 5. April im Internetportal des Manager-Magazins. Die Corona-Krise verändere den kapitalistischen Gesellschaftsvertrag.

Müller: Die Krise bringe viele Gewissheiten ins Wanken. Regierungen und Notenbanken hätten Stützungsprogramme auf den Weg gebracht, die alles in der Finanzkrise überstiegen. Der Staat, so Müller, dürfte dauerhaft eine prägende Rolle in der Wirtschaft spielen. Europa stehe wohl vor einer neuen Phase der Vergemeinschaftung der Staatsfinanzen, um eine abermalige Währungskrise abzuwehren.

Unternehmen werden Überweisungen an die Aktionäre reihenweise streichen müssen, so Müller. Derlei Abflüsse von flüssigen Mitteln würden als nicht mehr hinnehmbar gelten, wenn gleichzeitig die Gemeinschaft der Steuerzahler einspringe, um Unternehmen und Volkswirtschaften zu retten. Allzu üppige Managersalärs und steile Lohngefälle gerieten verstärkt ins Visier. Zumal von Unternehmen, bei denen in der Not der Staat einsteigt.

Die Bürger fügten sich dem Shutdown, vor allem um andere zu schützen - Ältere, überhaupt Menschen mit fragiler Konstitution - und um die Gesundheitssysteme funktionsfähig zu halten. Sozialverträglichkeit: der alte Vorwurf, der Kapitalismus ordne alles dem Gewinnstreben unter, werde gerade eindrucksvoll widerlegt. (10/4/2020)

Staatsrechtler Scholz: Bundesregierung bricht seit 2015 die Verfassung

BERLIN - Der Staatsrechtler und frühere Verteidigungsminister Rupert Scholz (CDU) wirft der Bundesregierung vor, seit 2015 Monat für Monat das Grundgesetz zu brechen.

Alle Bundestagsfraktionen hätten, als das 2015 anfing, mitgemacht und sich mitschuldig gemacht. Scholz gegenüber der Wochenzeitung "Junge Freiheit", Ausgabe 21. Juni 2019: "Der entscheidende Verfassungsbruch lag darin, dass die Bundesrepublik seinerzeit unkontrolliert die Grenzen Deutschlands für eine ebenso unkontrollierte Einwanderung geöffnet hat."

Konkret sei der Artikel 16a des Grundgesetzes gebrochen worden, demzufolge niemand Asylrecht in Deutschland hat, wenn er aus einem sicheren Drittstaat einreise. (Auch alle Nachbarn Deutschlands sind sichere Drittstaaten.)

Die Öffnung der Grenzen sei der schwerste Verfassungsbruch


Zitat

"Nicht Integrität, Sachkompetenz und Rechtstreue entscheiden über den Erfolg eines Politikers und seinen Verbleib im Amt, sondern seine Nützlichkeit und Ergebenheit für den Parteiapparat und diejenigen, die ihn steuern." (Kurt Zach im Leitartikel der Wochenzeitung "Junge Freifreiheit", Ausgabe 7/20) 6/2/20


gewesen, den Deutschland in der siebzigjährigen Geschichte des Grundgesetzes erlebt habe.

Verfassungskrise und Flüchtlingskrise hielten bis heute an, so Scholz, weil nach wie vor monatlich etwa 15.000 Asylbewerber aus sicheren Drittstaaten nach Deutschland kämen.

Scholz stellt in dem Interview einige falsche Argumente klar. Das Schengen-Abkommen, erläutert der Staatsrechtler, betreffe die Freizügigkeit aller EU-Bürger und nicht die Einwanderung von außen. Als der Schutz der EU-Außengrenzen nicht mehr gegeben gewesen sei, "oblag der Grenzschutz wieder Berlin".

Das Argument der Kanzlerin, es habe humanitäre Not gedroht, lässt Scholz nicht gelten: "... denn es gibt keine Humanität über der Verfassung." Die ganze Artikel-1-Argumentation von der Würde des Menschen sei eine Ablenkung. "Weil es nämlich gar nicht um 'die Würde des Menschen' gehe, sondern um Artikel 16a des Grundgesetzes.

Der besage nicht nur, dass Einreisende aus Drittstaaten kein Asylrecht hätten, sondern auch, dass für die wirklich politisch Verfolgten ein Recht auf Asyl gelte. Die Rede sei von 'politisch Verfolgten' und 'Asyl' und nicht von Einwanderung. Mache man die Grenzen auf, dann habe das nichts mehr mit Asyl zu tun.

Auf den Hinweis, dass in Artikel 1 des Grundgesetzes von 'Würde des Menschen' und nicht von 'Würde des Deutschen' die Rede sei, reagiert Scholz: auch das sei Irreführung. "Denn das Grundgesetz ist eine nationale Verfassung, die für die Bundesrepublik Deutschland gilt und nicht für Menschen, die sich außerhalb Deutschlands in ihrer Würde verletzt sehen." Solche irreführenden Missverständnisse würden gezielt von Parteien, Journalisten, Nichtregierungsorganisationen, Teilen der Kirchen und anderen gezüchtet und gestreut. Sabin H o e r e r, 20/6/2019


Du sollst nicht töten

Frauen nach dem "Abbruch" menschlich erstarrt, entleert  

Von Sabin H ö r e r, Berlin

"Das alles ist Deutschland ... wir leben und wir sterben hier", singen die Prinzen. Was ebenfalls zu Deutschland gehört, wovon die Prinzen aber nicht singen: jedes Jahr werden hierzulande etwa 100.000 Kinder abgetrieben. Meistens bedeutet eine Abtreibung ein emotionales Desaster für die Frau. Wie sie damit klar kommt?

Es gibt wohl niemanden, der besser Gefühle abschneiden kann als das weibliche Wesen: den meisten Schwangeren ist nicht bewusst, welch unsäglich tiefe Verletzung sie sich mit der Abtreibung antun.

Die Zeitschrift "idea Spektrum" beleuchtet den sogenannten Schwangerschaftsabbruch mit einem bemerkenswerten Bericht von Daniela Städter (Ausgabe vom 14. Februar 2018).

Sie befragte ein Paar, zu dessen Lebensgeschichte zwei Abtreibungen gehören. Erstaunliche Offenheit und Direktheit der beiden führen in dem Bericht zu dem Schluss, dass ihr Leben zerstört gewesen wäre, hätte es nicht Gottes Wunder gegeben: "Ohne den Glauben an Jesus wären wir nie aus der Krise herausgekommen."

Zudem enthält die idea-Zeitschrift ein Interview mit der Ärztin und Psychotherapeutin Angelika Pokropp-Hippen (Münster), die Frauen nach einer Abtreibung begleitet.

Pokropp-Hippen macht auf das "Post Abortion Syndrome" PAS aufmerksam. Es kann bedeuten, dass Frauen nach der Abtreibung Schuld, Scham und Sehnsucht erleiden, Panikattacken, depressive Störungen, Schlaflosigkeit, Antriebs- und Konzentrationsschwächen.

Es gebe Frauen, so Pokropp-Hippen, die jahrelang erfolglos psychotherapeutisch behandelt worden seien, weil in der Therapie gar nicht über die Abtreibung als Ursache der Erkrankung gesprochen worden sei.  

Frauen menschlich erblasst, entleert, erstarrt. Beide idea-Beiträge verdeutlichen, dass es sich bei der Abtreibung nicht um den oberflächlich gesehenen "Abbruch der Schwangerschaft" handelt, das Entfernen von "etwas Gewebe", sondern um das Töten eines menschlichen Lebens mit schwerwiegenden Folgen.

In dem einen Fall der jungen Frau, über die Daniela Städter berichtet, war der kleine Mensch nach acht Wochen 1,8 Zentimeter groß gewesen, das Herz fast vollkommen entwickelt.

Die Ärztin Pokropp-Hippen gegenüber idea: Das Thema PAS sollte wissenschaftlich vertieft werden. Jedoch: "Die Gesellschaft schaut nicht hin und die meisten Medien, Politiker sowie Mediziner haben kein Interesse daran oder verschweigen es bewusst."

Das alles ist Deutschland ... wir leben und wir töten hier. (15/2/18, ergänzt 5/12/19)


Ps. Angelika Pokropp-Hippen ist im März 2019 gestorben.


Hans J. Reinowski, Mann der Freiheit

Deutsche keine Selbstdenker, die am liebsten geführt sein wollen?

Darmstadt (zeta) - "Radikale Maßnahmen" gegen den Darmstädter Studentenpfarrer Herbert Mochalski forderte 1960 Hans J. Reinowski (1900-1977) bei der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

Der Sozialdemokrat Reinowski, Chefredakteur des Darmstädter Echo und Vorsitzender des Verbands Hessischer Zeitungsverleger, warf Mochalski extrem links orientierte Thesen und Taten vor. Dies berichtete der "Spiegel" in seiner Ausgabe 48/1960.

Reinowski laut "Spiegel": Mochalski habe es "während einer Debatte zwischen Ausländern im evangelischen Studentenheim der Technischen Hochschule zugelassen, daß Urteile gefällt wurden wie: In Deutschland gebe es keine Demokratie und kein politisches Bewußtsein außer dem Antikommunismus, sowie: Die Deutschen wollten nicht selber denken, sondern am liebsten geführt sein."

Hans J. Reinowski war ein Mann der Freiheit. In einer zeitweise erbitterten Gegnerschaft zum hessen-nassauischen Kirchenpräsidenten Martin Niemöller (1892-1984) kritisierte Reinowski zum Beispiel, dass der Theologe 1966 den Lenin-Friedenspreis in Moskau entgegengenommen hatte. Niemöller war einer der führenden Köpfe der Bekennenden Kirche im Dritten Reich gewesen und engagierte sich als Pazifist sowie Aufrüstungsgegner in den Nachkriegsjahrzehnten. (27/2/2020)



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