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Schweizer Franken: Freigabe des Wechselkurses

Zürich (sh) - Die Schweiz hat am 15. Januar überraschend den Kurs des Franken CHF freigegeben.

Im Tagesverlauf wurde 1 Euro vom 1,20-CHF-Wert des 14. Januar auf 1,04 abgewertet (Angabe: Bank of Canada).

Zu den Zeiten einer Mindestanbindung an den Euro hatte der Euro-Wechselkurs Schwankungen von 1,20 bis 1,26 CHF. Am 15. Januar sank er auf 1,04 CHF.

Wer  zum Urlaub in die Schweiz reist, muss jetzt tiefer ins Portemonnaie greifen. Andererseits kaufen die Schweizer nun im Schweizer Ausland günstiger ein.

Seit 2011 hatte seitens der Schweizerischen Nationalbank ein Mindestkurs von 1,20 CHF gegenüber dem Euro gegolten. Vom günstigeren Devisenkurs profitierte insbesondere die Schweizer Exportwirtschaft. Schweizer Produkte hatten im Ausland bei einem günstigeren Kurs des Franken billigere Preise.

Die Schweiz macht sich durch die Freigabe nun auch vom US-Dollar-Kurs unabhängig. Der Euro war gegenüber dem US$ in jüngster Zeit abgewertet worden. Dadurch sank auch der CHF-Wert gegenüber dem Dollar.

Massive Nachteile haben nun alle, deren Kredite im Schweizer Ausland in CHF geführt werden. Das ist in Milliardendimension beispielsweise in Österreich und Polen der Fall.

In der Schweizer Wirtschaft stieß die Freigabe des CHF weitgehend auf Unverständnis. Wegen der schwierigeren Exportbedingungen fielen Schweizer Aktienkurse am 15. Januar in der Größenordnung 5 bis 15 Prozent.

Schweizer Unternehmen, die im Ausland produzieren, haben weniger bis keine Nachteile. 16/1/2015

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