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Kommentar

Solidarität à la Deutschland

Von Sabin H ö r e r

Wie muss christliche Solidarität mit verfolgten Juden und Christen heutzutage gestaltet sein?

Und wie muss Solidarität im Christlichen Abendland mit im Ausland an Leib und Seele Gefährdeten und Drangsalierten aussehen? Die Rede ist von Gefährdeten und Gefolterten, die mit Blick aufs deutsche Grundgesetz als politisch verfolgte religiöse Personen besondere Aufmerksamkeit und Priorität verdienen.

Vor der Erfahrung, dass zum Beispiel die Schweiz Juden und anderen vom Nazi-Regime Verfolgten die Fluchttüren versperrt hatte, schufen die Väter des deutschen Grundgesetzes ein Grundrecht auf politisches Asyl. Mit politischen Asylberechtigten waren keine Kriegsflüchtlinge gemeint.

Die Deutschen sind beim Thema Asyl auch heute in ihrem Selbstverständnis gefragt. Ebenso die Christen und Juden in Deutschland.

Vor diesem Hintergrund zitieren wir aus einer Publikation von "Open Doors" aus dem Jahr 2015. Diese Organisation setzt sich weltweit für verfolgte Christen ein. Beispielsweise versorgt sie verfolgte Christen vor Ort mit Hilfsgütern, begleitet sie geistlich und liefert Literatur wie Bibeln.

In der Schrift von Open Doors wird ein junger Syrer zitiert. Er klagte gegenüber einem Open-Doors-Mitarbeiter, wie einsam und allein gelassen er sich fühle:  "Der Rest der Welt hat uns Christen in Syrien vergessen. Was machen eure Alliierten hier? Sie werfen Bomben auf uns ab. Aber was tut ihr für uns?"

Der Open-Doors-Mitarbeiter antwortete: "Wir beten."

Der Mitarbeiter fuhr laut Publikation fort: "Gerade letzten Sonntag haben wir das in meiner Gemeinde getan: für dich und für dein Land gebetet; für dein Volk."

In der Open-Doors-Publikation heißt es anschließend über den jungen Syrer: "Da fing er an zu weinen."

Open-Doors-Interpretation der Tränen: "Es hat ihn so berührt, dass wir ihn doch nicht vergessen haben."

Ein von einem Privatmann verfasster Brief 2015 an den Leiter von Open Doors Deutschland, Markus Rode, hatte folgenden Gegenstand: Open Doors solle sich besser dafür einsetzen, dass Deutschland verfolgte Christen als Flüchtlinge nach Deutschland hole statt Angehörige von Ideologien ihrer Verfolger.

Der Brief blieb unbeantwortet.

Ebenfalls in jener Zeit besuchte Kanzlerin Angela Merkel Open Doors. Rode ließ sich gerne mit der Gallionsfigur deutscher Humanität und Intellektualität in einer Open-Doors-Zeitschrift abbilden.

Open Doors hat in einem Weltatlas dargestellt, welche Regimes welcher Ideologien vorrangig Christen unterdrücken, terrorisieren, enthaupten, kreuzigen lassen. Sollte sich die Kanzlerin und Vorsitzende der Partei mit dem hohen C angesichts solcher Kenntnis nicht besinnen und versuchen, unter neuen Prämissen ihrer C-Motivation Punkte für eine Zukunft im Himmel zu sammeln?

Das Gebot der Stunde ist ein Appell an die Vernunft und lautet, verfolgte Christen und Juden in Deutschland aufzunehmen und nicht Angehörige faschistoider Ideologien sowie ihre Mitläufer und Helfershelfer. (25.7.2017)

 

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