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Verfolgte Christin Asia Bibi freigesprochen, aber noch nicht frei

MÜNCHEN / ISLAMABAD (sh) - Asia Bibi ist laut Fidesdienst-Info vom Gefängnis Multan auf dem Luftweg an einen sicheren Ort gebracht worden. Dem pakistanischen Außenministerium zufolge werde sie das Land verlassen können, wenn ein Revisionsantrag gegen ihre Freilassung gerichtlich abgewiesen werde.


Damit ist Asia Bibi zwar aus dem Gefängnis freigelassen, aber nicht frei. Muslimische Schergen trachten ihr in Pakistan nach dem Leben. 

Die pakistanische Christin Asia Bibi (51) war Ende Oktober vom Obersten Gericht in Islamabad freigesprochen, von der Regierung aber nicht freigelassen worden. Ihr Anwalt gab an, sie sei jetzt aus dem Gefängnis gebracht worden.

SZ.de berichtete am 11. November aus deutschen Regierungskreisen, es existiere die Bereitschaft, Asia Bibi und ihre Familie in Deutschland aufzunehmen.

Die Katholikin war 2010 wegen angeblicher Blasphemie vom pakistanischen Scharia-Gericht zum Tode verurteilt worden. Die grünpopulistische Süddeutsche Zeitung meldete nach dem Freispruch ohne Freilassung, Asia Bibi habe in Italien um Asyl gebeten.

Der Direktor der Gesellschaft für bedrohte Völker, Ulrich Delius, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur idea, der skandalöse Deal Anfang November mache Pakistans Rechtssystem zur Beute des islamistischen Mobs. Auf Druck der muslimischen Partei TLP ist ein Revisionsantrag gegen den Freispruch zugelassen worden - der oberste Gerichtshof solle über das Ausreiseverbot für Bibi verhandeln.

Der Mut der drei muslimischen Richter, die Bibi freigesprochen haben, hat den Missionsleiter der Hilfsaktion Märtyrerkirche, Manfred Müller, laut idea überrascht. Sie müssten wegen ihrer Gradlinigkeit nun fürchten, bei Racheakten ermordet zu werden.

Der Deutsche Bonifatiusorden hatte sich Anfang 2018 in einem persönlichen Schreiben an den Vorsitzenden Richter des Scharia-Gerichts, Sheikh Najam ul Hasan, für Asia Bibis Freiheit eingesetzt. (11/11/2018, geändert 19/1/19)


HINTERGRUND

Asyl-Antrag nur in Deutschland selbst

BERLIN (sh) - Es ist erfreulich, dass das Auswärtige Amt entschieden hat, Asia Bibi im Falle einer Flucht nach Deutschland aufzunehmen. Anfang des Jahres klang das noch zurückhaltender.

In einem Schreiben an den Deutschen Bonifatiusorden hieß es aus dem Auswärtigen Amt: "Vielen Dank für Ihre an Bundesminister Gabriel gerichtete Anfrage vom 3. Januar 2018, mit welcher Sie um Asylgewährung für Asia Bibi in Deutschland bitten.

Nach den Regelungen des deutschen Asylgesetzes kann Asyl nur von Personen beantragt werden, die sich bereits in Deutschland aufhalten, da im deutschen Grundgesetz das Prinzip des sogenannten 'territorialen Asyls' festgelegt ist," so das Außenministerium. 13/11/18